Der lange und teure Weg zur…

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    Amtsblatt September 2008 FDP-Fraktion
    Meisterhaussiedlung: Der lange und teure Weg zur VernunftAuf Vorschlag von 5 der 6 Stadtratsfraktionen (darunter der FDP) werden der Bauausschuss und nachfolgend der Stadtrat in ihren Sitzungen am 26.08.2008 bzw. am 10.09.2008 einen Richtungsbeschluss zur städtebaulichen Reparatur des zum Welterbe gehörenden Ensemles „Meisterhaussiedlung“ von Walter Gropius fassen. Der Beschluss sieht vor, das Direktorenhaus und das Haus Moholy Nagy im äußeren bauzeitlichen Erscheinungsbild mit den heutigen bauphysikalischen Möglichkeiten wieder aufzubauen und die innere Gestaltung den geplanten Nutzungen anzupassen. Damit wird den – auch durch jüngste Umfragen belegten – Erwartungen der überwiegenden Zahl der Bürger unserer Stadt und vor allem der nationalen und internationalen Besucher entsprochen: Sie wollen nicht nur Informationen über das Meisterhausensemble, sondern es als Ganzes sehen und erleben.Doch warum erst jetzt diese einzig vernünftige und im Umgang mit dem uns übereigneten Welterbe verantwortbare Lösung? Weil – unter maßgeblicher Beteiligung der Stiftung Bauhaus – zunächst drei alternative Lösungen diskutiert und – je nach Standpunkt auch – favorisiert wurden:(1) Die 1:1-Rekonstruktion der Gropius-Originale, die zwar das Ensemble wiederhergestellt, nicht aber die innere Anpassung der Häuser an ihre zukünftige Nutzung zugelassen hätte.
    (2) Der Erhalt des derzeitigen Zustandes (das Siedlungshaus „Emmer“ auf den Grundmauern des Direktorenhauses und das Fehlen der Doppelhaushälfte Moholy Nagy).
    (3) Ein internationaler Architektenwettbewerb zur Reparatur/ Ergänzung/ Wiederher-stellung des durch fehlende Teile zerstörten Ensembles (mit offenem Ausgang bezüglich seines Ergebnisses).Nachdem vor diesem Hintergrund ein jahrelanger – auch international geprägter – Diskurs (mit Expertenbefragungen, Konferenzen, Bauhaus-Award zu möglichen Lösungen) keine befriedigenden Lösungsvorschläge erzeugt hatte, erstellte die Stadt ein eigenständiges Konzept. Es sah wie der jetzige Beschluss die bauzeitliche Gestaltung der äußerlichen Baukörper vor und die innere Gestaltung entsprechend den Nutzungserfordernissen bzw. – falls anders nicht akzeptierbar und förderfähig – alternativ auch die Wiederherstellung der inneren Raumstrukturen.

    Das zwei Jahre zurückliegende Konzept stieß in beiden Hinsichten auf den Widerstand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie des Landes Sachsen-Anhalt. Vermeintlich fehlende Daten – so die Argumentation – ließen einen solchen Weg nicht zu; man solle für die städtebauliche Reparatur des Ensembles unter Beibehaltung der verlorengegangenen Kubaturen einen Wettbewerb im Sinne von (3) ausloben. Die Stadt, die das nicht vorhatte, war angesichts der Bindung der Förderung des Vorhabens an diese Bedingung durch das Kultus- und Bauministerium gezwungen, den Weg des Wettbewerbs mitzugehen.

    Nun hat er stattgefunden und viel Geld gekostet. Aber er hat letztlich doch ein
    – freilich teures – gutes Ergebnis erbracht: Eine hochkarätig besetzte Jury sah sich außerstande, einem der Teilnehmer aus dem – wohl aus Respekt vor dem Erbe von Walter Gropius - eher mittelklassig zusammengesetzten Teilnehmerfeld einen ersten Platz und damit die Möglichkeit der Realisierung seiner Vorstellungen einzuräumen.

    Eben damit scheint nun in Abstimmung mit den zuständigen UNESCO-Vertretern und denen des Landes der Weg offen zu sein für das, was die Stadt immer wollte und nun hoffentlich bis zum Beginn der Internationalen Bauhausausstellung 2010 verwirklichen kann.

    Ein weiter Weg? Ja, aber einer, ohne den wir nicht das hätten tun können, was jetzt möglich geworden ist. Ändern mussten nicht wir uns, sondern andere. Dieses Ergebnis sollte uns auch zukünftig zu vernunftsorientiertem und selbstbewusstem Handeln zum Wohle unserer Stadt anspornen.

    Dr. habil. Jürgen Neubert

    Gesprächsangebote: Zu den unten angegebenen Zeiten können Sie uns gern besuchen. Aber auch bei den Liberalen Stammtischen, zu denen wir uns jeweils etwa fünfmal im Jahr in den Gaststätten Bistro Merci, Kieferneck und Zur Amtsmühle treffen, können Sie mit uns über tagespolitische/kommunalpolitische Themen sprechen. Die Stammtischtermine werden in der Mitteldeutschen Zeitung veröffentlicht.

    Außerdem steht Ihnen in unserer Bürgersprechstunde am Montag, 01. September 2008, in unserer Geschäftsstelle um 17.00 Uhr unser Fraktionsvorsitzender Dr. Jürgen Neubert zu Fragen/Gesprächen zur Verfügung.

    FDP-Fraktion im Stadtrat Unsere Geschäftsstelle ist zu erreichen:
    Zerbster Str. 6 Montag bis Freitag von 9.00 bis 13.00 Uhr
    06844 Dessau-Roßlau
    Telefon: 03 40 / 21 42 48 Email: fraktion@fdpdessau-rosslau.de
    Fax: 03 40 / 2 50 88 41 Internet: http://www.fdpdessau-rosslau.de

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One Response to “Der lange und teure Weg zur…”

  1. Böttcher Says:

    Danke für den Beitrag

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